Temporäre Wohnsiedlung, Zürich-Affoltern (Bild: Hochparterre Ausgabe 8/12)
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Am Rand

 

Bereits als EVP-Nationalrat in den Neunzigerjahren forderte der Zürcher Pfarrer Ernst Sieber ein eigenes Dorf für Randständige. Mit der Fertigstellung des 'Brothuuse' in Zürich-Affoltern wird sein Wunsch nach Wohn- und Übernachtungsplätzen für Menschen in Not nun Realität. Der Name leitet sich aus der schweizerdeutschen Übersetzung des hebräischen Beth (Haus) und Lehem (Brot) ab.

 

Entstanden ist die Siedlung für rund fünfzig Randgruppenangehörige in Zusammenarbeit der Sozialwerke Pfarrer Sieber (SWS) mit mépp, ménard partner projekte ag und NRS-Team. Sie umfasst zwei Wohngebäude, die fünf Wohneinheiten mit Küchen und Nasszellen bereitstellen, und ein Zentralgebäude mit grossem Gemeinschaftsraum. 42 Plätze sind seit dem 1. Juni bereits bezogen worden. Die Siedlung ist ein Selbsthilfedorf. Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich selbst versorgen und im besten Fall in ein selbstständiges Leben zurückfinden. Sie müssen ihre fünf bis sieben Zimmer grossen Wohngemeinschaften selber organisieren. Im Garten und im Werkraum können sie ihre Talente entdecken.